Einmal jährlich müssen die Ofenrohre gefegt werden. Ein zweites Mal kann nötig werden wenn viel mit Kiefernholz geheizt wurde.
Im "vorderen Zimmer" verläuft das Rauchrohr im Schornstein einer ehemals offenen Feuerstelle und weiter in einer Umverrohrung, selbst geschweißt wurde. Zum Reinigen läßt sich das eigentliche Rohr ganz herausnehmen und im Freien fegen. Der Vorteil dieser einfachen technischen Lösung ist daß keine Putzöffnungen eingebaut werden mußten.
Zum Fegen wird eine Messingbürste für Ofenrohre verwendet, deren "Stiel" gekürzt und mit einer Schnur mit einem kleinen Gewicht versehen ist. So lassen sich auch längere Rohrabschnitte renigen.
Im "vorderen Zimmer" wurde die heurige Reinigung zum Anlaß genommen die Ofenecke frisch zu kalken und einen "neuen alten" Ofen einzubauen.
Zu einem alten Ofen gehört natürlich Ofen-Schwärze. "Richtige Ofenschwärze" - das ist nicht nur ein "schwarzer Draufpinsellack" wie er in den letzten Jahren zur (Un-)Sitte geworden ist sondern eine spezielle Mischung aus Graphit und flüchtigen Ölen.
Diese "Noch-fast-Flüssigkeit" mit einem Tuch oder weichen Pinsel dünn in das Gusseisen "einarbeiten" - und nach einer Weile mit einer Kunststoff-Bürste "aufpolieren". Das Ergebnis ist nicht einfach nur "dumpf-matt-schwarz" - wie der Name Ofen-Schwärze suggerieren mag - sondern gib einen anthraziten "Lyster" etwa wie eine Bleistiftmine.
Ein absolutes "Muss" - vor allem bei den älteren Öfen mit ihrem Reichtum an filegranen Ornamenten, die überhaupt erst mit "richtiger Ofenschwärze" richtig zur Geltung kommen.
Aber auch ein eher schlichter Ofen wie dieser Jötul 602 gewinnen durch diese etwas arbeits-aufwändigere Behandlung ungemein.
Der "Vorteil" von "Anstreicher-Farbe" liegt woh darin daß der Ofen bei Berührung nicht "abfärbt". Ein reichlich "relativer" "Vorteil" weil es weder im Sommer - und noch weniger während der Heizsaison - vernünftige Gründe gibt einen Ofen anzufassen. "Angepinselte" Öfen neigen auch weniger dazu - vor allem wenn sie gar nicht benutzt werden - Rost anzusetzen.
Hier, wo der Ofen auch befeuert wird, macht "Anstreichfarbe" keinen Sinn. Aber noch weniger wenn der Ofen der Zierde dient. Gerade Wenn er nur "schön sein soll" - sollte er auch entsprechend wirken.
Die Wärmeschutzeisen des (jüngeren!) Jötul 602-N waren bereits gesprungen bzw. deutlich verformt. Nachzukaufen gibt es diese "Opferteile" bezeichnender Weise nicht mehr. Der Hersteller und der Gesetzgeber haben hier wohl im Namen der Umwelt eine Möglichkeit gefunden für Letzteren das MwSt.-Aufkommen und für Ersteren die Unternehmensgewinne zu "optimieren" in dem man die Ersatzteil-Kunden zum Kauf neuer Öfen "vergewaltigt". Umweltfreundlich mit regenerativen Energieträgern heizen braucht wohl nicht auch noch preisgünstig sein...
Aber für den wesentlich älteren - ähnlichen - in seinen Details sogar schöneren - Jötul 602 gibt es die Wärmeschutzeisen noch von einem "Fremdhersteller" zu kaufen. Wohl weil hier die Rechte längst "ausgelaufen" sind.
Also wurde in einen restaurierten alten Jötul 602 "investiert" und dazu ein Satz fabrikneue Wärmeschutzeisen gekauft.
In der Ofenecke macht der Jötul auch ohne seine Beine eine gute Figur. An Stelle der Befestigungsschrauben der Beine wurden länge Schrauben eingesetzt, mit deren "Einschraubtiefe" sich der Ofen ausnivellieren ließ.
Es mag schon sein daß der aktuelle Jötul 602-M sauberer verbrennt und dabei die im Holz enthaltene Energie besser ausschöpft. In meinem Fall denke ich aber daß "die Umwelt" mehr davon davon hat wenn etwas mehr Rauch - der hier Niemanden stört - entsteht und dafür ein neuer Ofen weniger produziert werden muß.